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D 473 Liedesend

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Signatur: MH 3839
Titel: Liedesend
Zusatztitel: [1. Fassung]
Kopftitel: Liedesend. Ballade von Mayerhofer.
Textincipit: Auf seinem goldnen Throne
beteiligte Personen: Mayrhofer, Johann Baptist (1787–1836) (Textautor)
Datierung: Septemb. 1816
Entstehungszeitraum: 3. Quartal 1816
Neue Schubert-Ausgabe (Bd.-Nr.): IV/10


Ausgabeform: Klavierpartitur
Dokumententyp: Arbeitsmanuskript
Gattung: Lieder --> Deutsche Lieder (ohne Liederzyklen und Kanons)
Besetzung: Solo vokal
Singstimme
Klavier (zweihändig)
Sprache des Liedtextes: deutsch


Wasserzeichen: 1
Beschreibmaterial: Tinte braun
Beschreibstoff: Papier bräunlich-grünlich
Größe (in cm): 31 x 23,9 (25,9 x 20,1)
Format: qu 4°
Seiten: 1 Dbl. (4 S.)
Kommentar: Eintragungen von fremder Hand (s. kritischen Bericht). Stimmenbezeichnungen: „Singst.“, „Pianoforte“.


Text (Schubert): Auf seinem goldnen Throne
Der graue König sitzt,
Und starret in die Sonne,
Die roth im Westen blitzt.

Der Barde rührt die Harfe,
Sie rauschet Siegessang;
Der Ernst jedoch der scharfe
Er trotzt dem vollen Klang.

Nun stimmt er süße Weisen,
Ans Herz sich klammernd, an;
Ob er ihn nicht mit leisen
Versuchen mildern kann.

Vergeblich ist sein Mühen,
Erschöpft des Liedes Reich,
Und auf der Stirne ziehen;
Die Sorgen wettergleich.

Der Barde tief erbittert
Schlägt seine Harf' entzwey.
Und durch die Lüfte zittert
Der Silbersaiten Schrey.

Und wie auch alle beben
Der Herrscher zürnet nicht
Der Gnade Strahlen schweben
Auf seinem Angesicht.

»Du wolle mich nicht zeihen
Der Unempfindlichkeit,
In lang verblühten Mayen
Wie hast du mich erfreut,

Wie jede Lust gesteigert,
Die aus der Urne fiel;
Was mir ein Gott geweigert
Erstattete dein Spiel.

Vom kalten Herzen gleitet
Nun Liedeszauber ab,
Und immer näher schreitet
Nun Vergänglichkeit und Grab.«


Sammlung: Wienbibliothek im Rathaus (Link zum Katalog)
Vorbesitzer: Schubert, Ferdinand
Frank, Ritter von
Friedlaender, Max


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Wienbibliothek im Rathaus,
e-mail: post@wienbibliothek.at

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