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D 37 Die Advokaten, op. 74 (op. 74)

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Signature: MH 16007
Title: Die Advokaten, op. 74
Additional title: Terzett für 2 Tenöre, Basso
Head title: Die Advokaten
Text incipit: Mein Herr, ich komm, mich anzufragen
Persons involved: Fischer, Anton (1778-1808) (Text author)
Rustenfeld, Eduard von (Baron Engelhart) (Text author)
Dated:
Period of origin: 4th quarter 1812




Kind of issue: score
Type of document: fragment
Genre: other vocal music --> trios (vocal)
Instrumentation: 3 voices
bass
piano
tenor I
tenor II
Text language: german




Material for writing down: Ink brown
Paper for writing onto: Paper yellow-brown
Height and width (in cm): 31,8 x 24,7
Format: landscape 4°
Pages: 1 sheet. (2)




Text by Schubert:
1. Advocat:
Mein Herr, ich komm' mich anzufragen,
Ob denn der Herr Sempronius
Schon die Expensen abgetragen,
Die er an mich bezahlen muß.
2. Advocat:
Noch hab' ich nichts von ihm bekommen,
Doch kommt er heute selbst zu mir,
Da soll er uns nicht mehr entkommen,
Ich bitt', erwarten sie ihn hier.
1. Advocat:
Die Expenses zu saldiren
Ist der Partheien erste Pflicht.
2. Advocat:
Sonst geht es neu an's Prozessiren
Und das behagt den meisten nicht.
Beide Advocaten:
O Justitia praestantissima,
Die, wenn sie manchem bitter ist,
Doch der Doktoren nie vergißt.
2. Advocat:
Jetzt trinken wir ein Gläschen Wein,
Doch still, man klopft,
Wer ist's? herein!
Sempronius:
Ich bin der Herr Sempronius,
Komm gred' vom Land herein,
Die Reise machte ich zu Fuß,
Ich muß wohl sparsam sein,
Denn ich hab's leider auch probiert,
Und hab' ein Weilchen prozessiert.
Beide Advocaten:
Mein Herr, wir suppliciren,
Die Nota zu saldiren.
Sempronius:
Ei, ei, Geduld, ich weiß es wohl,
Daß ich die Zech' bezahlen soll,
Nur eine Auskunft möcht' ich gern
Von ihnen, meine Herrn.
Beide Advocaten:
Sehr wohl, sehr wohl, doch dies Colloquium
Heißt bei uns ein Consilium
Und kommt ins Expensarium.
Sempronius:
Der Zucker und Kaffee,
Die Lämmer und das Reh,
Schmalz, Butter, Mehl und Eier,
Rosoglio und Tokayer,
Und Was ich sonst darneben
In's Haus hab' hergegeben,
Das rechnet man doch auch mit ein.
Beide Advocaten:
Nein, nein, nein
Das ist ein Honorarium,
G'hört nicht in's Expensarium,
Davon spricht uns der Richter frei,
Motiva, Motiva sind bei der Kanzlei.
Sempronius:
Ei, ei, ei!
Beide Advocaten:
Wir lassen keinen Groschen fahren,
Der Himmel wolle uns bewahren,
Denn uns're Müh' ist nicht gering,
Fiat Justita.
Sempronius:
Kling, kling, kling.
Alle:
O Justitia praestantissima,
Kling, kling, kling.
Welche schöne Harmonie,
Kling, kling, kling.
Welche schöne Harmonie,
Allgemein bezaubert sie,
Von ihrem Reiz bleibt Niemand frei,
Motiva sind bei der Kanzlei,
Kling, kling, kling.




Collection: Wienbibliothek im Rathaus








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